Wir entwickeln ausgefeilte Strategien für unsere Unternehmen – aber was ist mit unserem eigenen Leben? Die meisten von uns reagieren auf das, was das Leben uns vorsetzt, statt proaktiv zu gestalten. Dabei lassen sich bewährte Strategietools aus der Unternehmensberatung auf unser persönliches Leben übertragen. Das Ergebnis: mehr Klarheit, bessere Entscheidungen und ein erfüllteres Leben.
Das Leben passiert – aber leben wir wirklich? Als Unternehmensberater erlebe ich täglich, wie Führungskräfte und Unternehmer strategisch denken, wenn es um ihr Business geht. Sie setzen sich Ziele, definieren Kennzahlen, analysieren Portfolios und treffen bewusste Entscheidungen über Ressourcenallokation.
Doch wenn es um ihr eigenes Leben geht? Da verlassen sich dieselben Menschen meist auf Intuition, Emotion oder – schlimmer noch – lassen die Dinge einfach geschehen.
Eine Studie mit über 500 Teilnehmern zeigt:
Kein Unternehmen würde ohne Strategie geführt werden – warum tun wir es mit unserem Leben?
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Praxis-Insight
In meinen Coaching-Gesprächen höre ich immer wieder: "Ich weiß nicht genau, wo ich in fünf Jahren stehen will." Oder: "Ich bin so beschäftigt, dass ich keine Zeit habe, über die großen Fragen nachzudenken." Genau das ist das Problem. Wer keine Strategie hat, wird vom Alltag gesteuert statt selbst zu steuern.
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Das Dringende verdrängt das Wichtige. E-Mails, Meetings, Deadlines, Familienverpflichtungen – der Alltag frisst unsere Zeit. Für strategische Überlegungen zum eigenen Leben bleibt kaum Raum. Selbst wenn eine Krise uns zum Nachdenken zwingt – Jobverlust, Scheidung, gesundheitlicher Schock – verfliegen die Vorsätze schnell wieder.
Die Folge: Wir treffen wichtige Lebensentscheidungen reaktiv statt proaktiv. Wir wechseln den Job, weil wir frustriert sind, nicht weil es Teil eines größeren Plans ist. Wir gründen eine Familie, weil "es Zeit ist", nicht weil es unserer Lebensvision entspricht.